Wie eine erfolgreiche Bloggerin Reiselust und Beruf verbindet.

Bildquelle: Anna-Laura Kummer

Anna-Laura Kummer erzählt auf ihrem Blog annalaurakummer.com über veganes Essen, Tipps für Beziehungen und Reiseerfahrungen.
Sie hat unsere Fragen zum Thema „Reisen als Bloggerin“ beantwortet – und ein paar eindrucksvolle Geschichten mit uns geteilt.

                                                                                             

Welcher Aspekt des Reisens begeistert dich?
Anna: Die Tatsache, dass man in ein Flugzeug einsteigt und nur Stunden später in einem fremden Land aussteigt und diese Kultur kennenlernen kann…

 

Was gehört zum Reisen für dich dazu?
Anna: Ich war bereits als Backpacker in Asien unterwegs, aber meistens reise ich mit dem Koffer und meinem Rucksack. Der ist voll gepackt mit sämtlichen Utensilien, die man fürs Bloggen benötigt. Wie Kamera, Vloggingkamera, GoPro, Laptop, Powerbanks, Stecker, Kabeln, Stativ etc. Diesen nehme ich immer als Handgepäck und kilomäßig geht sich das meistens gerade noch aus.

 

Womit reist du?
Anna: Zug und Flieger sind meine liebsten Fortbewegungsmittel. Zug – weil nachhaltig. Und man sieht mehr vom Land. Und Flugzeug, weil ich einfach gerne andere Kontinente bereise. Ich war aber auch schon mal auf einem Segelboot nahe Italien unterwegs und habe es geliebt. Diesen Sommer cruise ich auf einem Segelboot in der Nähe von Griechenland.

 

Bildquelle: Anna-Laura Kummer 

Anna schläft lieber in Airbnb’s und Hostels, da sie „mehr Charakter haben“. Dazu lernt sie dort auch leichter „Leute aus aller Welt“ kennen: „So habe ich zum Beispiel in einem Hostel in Portugal Leute aus Neuseeland und den USA kennengelernt, mit denen ich immer noch in Kontakt bin und die ich eventuell auch in Südafrika wieder treffen werde.“

 Warum beim Reisen bloggen?
Anna: Ich liebe es, zu bloggen und damit meine Freunde, Familie und auch meine Follower auf dem Laufenden zu halten. Aber ich blogge nicht nur, um anderen Leuten Tipps zu geben und ihnen zu zeigen, was ich gerade erlebe. Sondern auch, um für mich selbst die Erlebnisse und Eindrücke festzuhalten. Es ist für mich immer wieder schön, alte Blogbeiträge nachzulesen und mir die Reisen somit wieder in Erinnerung zu rufen.

 

Wie kombinierst du Reisen als Privatperson und Reisen als Bloggerin?
Anna: Ich reise kaum, ohne davon zu berichten. Deshalb ist es schwer, die Privatperson von der Bloggerin zu trennen. Ab und zu lege ich die Kamera aber auch beiseite und versuche, die Faszination der Natur oder einer bestimmten Szene ganz bewusst in mich aufzunehmen und zu genießen. Auch wenn es manchmal so aussieht, als ob wir Blogger 24/7 mitfilmen – so ist es dann doch nicht. Gewisse Momente und Erlebnisse bleiben ein Geheimnis 🙂

 

Bildquelle: Anna-Laura Kummer

„Der wahrscheinlich eindrucksvollste Moment war meine Übernachtung in einem Dorf in Laos. Die Einwohner lebten unter ärmlichsten Verhältnissen und haben trotzdem alles gegeben, um mich und meine Mitreisenden positiv zu empfangen.“

 

129.000 User folgen deinem Instagramprofil. Wie gehst du mit dem Leistungsdruck um, der mit solch einer Bekanntheit einhergeht?
Anna: Es ist immer noch etwas ganz Besonderes für mich und natürlich will ich immer den besten Content – und das auch regelmäßig – produzieren. Gerade mit so einer großen Followerschaft sind ein gewisser Druck und auch die Verantwortung in Bezug auf die Inhalte, die ich transportieren möchte, auf jeden Fall vorhanden. Trotzdem ist es so, dass ich mich auf Reisen immer noch sehr privat fühle, da es im Ausland im Vergleich zu Österreich selten passiert, dass mich jemand erkennt.

 

Auf deinem Blog schreibst du: „Mich begeistert es, neue Kulturen, exotische Länder und andere Sprachen kennenzulernen.“. Welchen Einfluss hat das Bloggen auf diese Aspekte beim Reisen?
Anna: Manche Kooperationen machen es mir möglich, die Kultur vor Ort noch besser kennenzulernen, weil oft die Aktivitäten oft von Personen vor Ort organisiert werden. Als Bloggerin will ich natürlich meinen Lesern etwas bieten und abseits der bekannten Trampelpfade unterwegs sein, um über Neues und Unbekanntes zu berichten.

Bildquelle: Anna-Laura Kummer

„In Bali war ich zum Beispiel mit einem absolut empfehlenswerten Reiseführer unterwegs. Er hat uns wirklich tolle Plätze und Orte gezeigt. Diesen Kontakt habe ich meinen Lesern natürlich nicht vorenthalten. Er wurde seither bereits einige Male gebucht. Es freut mich ganz besonders, wenn meine Leser meinen Pfaden folgen und ich dann von ihnen auch Feedback erhalte.“

 

Wie unterscheiden sich eine Bloggerreise und eine reguläre Reise für dich hinsichtlich Reiselust, Entspannung, Unabhängigkeit und „Work – Life – Balance“?
Anna: Ich war schon einige Male auf Bloggerreisen und ich muss sagen, dass ich es immer sehr genossen habe. Man lernt zum Teil Blogger aus der ganzen Welt kennen. Man kann sich austauschen und vernetzen. Aus ein paar dieser Bekanntschaften, die auf Bloggerreisen entstanden sind, sind mittlerweile Freundschaften geworden. Natürlich würde es mir nicht gefallen, ausschließlich an Bloggerreisen teilzunehmen, da das Programm oft ziemlich straff und durchorganisiert ist. Der richtige Mix ist einfach wichtig.

 

Bildquelle: Anna-Laura Kummer

„Bei einem Strandurlaub kann ich besser relaxen und vom Alltag abschalten, der Stundenzeiger dreht sich dann einfach langsamer.“

 

Als Bloggerin hast du ein geschultes Auge, um schöne Landschaften und leckere Gerichte in einem Bild ästhetisch festzuhalten. Kannst du auf deinen Reisen das „Blogger-Auge“ auch bewusst ausschalten und Momente einfach genießen oder steckt das Potenzial für das perfekte Bild in jedem Moment?
Anna (schmunzelnd): Es ist tatsächlich so, dass ich ein schön zusammengestelltes Essen nicht einfach so genießen kann. Das MUSS ich auf jeden Fall fotografieren! Aber natürlich ist es entspannender, das Bloggerauge manchmal einfach zu schließen. Manche Momente genieße ich auch ganz bewusst und lasse dann die Kamera in der Tasche. Es ist einfach wichtig, auch mal Privatperson zu sein. Trotzdem ist das Fotografieren meine Leidenschaft und es ist schön, Erinnerungen festzuhalten. Egal, ob diese am Ende gepostet werden oder nicht.

Früher hat man noch mit der Digitalkamera Urlaubsfotos gemacht. Heute übernimmt das Smartphone alles. Praktischerweise ist es ja immer dabei und lenkt auch sehr gerne mal ab. Welche Unterschiede sind dir beim Reisen mit und ohne Smartphone aufgefallen?
Anna: Ich muss ehrlich gestehen, dass ich bisher selten bis nie ohne Smartphone gereist bin. Einfach weil mein Smartphone zugleich mein „Büro“ ist und ich auf Instagram Stories gerne meine Leser an meinen Reiseerlebnissen teilhaben lasse. Aber natürlich kann ich mir vorstellen, dass eine Reise ohne Smartphone und nur mit Kamera ein besonderes und bewussteres Erlebnis wäre. Ich nehme mir auch immer wieder vor, einen Tag oder auch mal länger „digital Detox“ zu machen und das Handy zuhause zu lassen.

Bildquelle: Anna-Laura Kummer

„Kamera, Handy, Pass – das sind für mich die absoluten Basics, die dabei sein müssen.“

 

Welchen Tipp hast du, um Fotos, die es nicht auf Instagram geschafft haben, nicht im Archiv verstauben zu lassen?
Anna: Bei jedem Urlaub entstehen Unmengen an Bildern und Videos. Viele davon poste ich nicht, es sind aber trotzdem wichtige und schöne Erinnerungen für mich persönlich. Um einen guten Überblick zu behalten, ordne ich alle meine Bilder auf einer externen Festplatte nach Monaten. Ab und zu poste ich auf Instagram gerne auch mal ein „Throwback“-Bild und von ganz besonderen Reisen mache ich gerne Fotobücher. Die schaue ich mir immer wieder gerne an.

Welche Reiseorte würdest du als Bloggerin jedem weiterempfehlen und warum?
Anna: Es gibt so viele schöne und besuchenswerte Orte auf dieser Welt. Ich habe mich für diese vier entschieden:
Lissabon im Frühling – weil günstig, warm und hip
Burgenland im Sommer – weil Heimat, entspannend und gutes Essen
New York im Herbst – weil ansteckend, schnelllebig, multikulturell
Philippinen im Winter – weil atemberaubende Natur, blaues Meer, nette Menschen

 

Bildquelle: Anna-Laura Kummer

„Meine nächsten geplanten Reiseziele sind Südafrika, New York, Miami, Kopenhagen, Griechenland, Niederlande. Auf meiner Wunschliste für heuer stehen außerdem Mittelamerika, Frankreich, Island, Barcelona, Vietnam – mal schauen, ob sich das alles ausgeht!“

 

Autorin: Mona Saidi

Dieser Beitrag entstammt einer Reihe von Beiträgen, die im Rahmen einer Kooperation mit dem Institut für Journalismus und Medienmanagement der FHWien der WKW durch Studierende entstanden sind.