Kreta ist eines jener Reiseziele, von denen man meint, bereits alles darüber zu wissen. Irrtum! Die Welt wirkt wie in andere Farben getaucht, wenn man die größte griechische Insel abseits der Touristenmassen kennenlernt. Das magische Blau des Mittelmeers, das satte Grün der Weinberge oder die sanften Pastelltöne der venezianischen Stadt Rethymno zeigen ganz klar: Kreta hat ein paar Geheimnisse für sich behalten. Zumindest bis jetzt.

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Schmale Gassen, in Pastellfarben getünchte Fassaden, davor bunte Blumen:
Die Altstadt von Rethymno bezaubert mit einer Vielfalt an Farben.

Über dem Asphalt in der Altstadt von Rethymno scheint die Luft zu flirren. Es ist still, nur ein paar vereinzelte Touristen schlendern durch die schmalen Gässchen mit den pastellfarbenen Fassaden und den farbenfrohen Balkonen, auf denen bunte Wäsche im Sommerwind flattert. Zu Mittag scheint die drittgrößte Stadt Kretas zu schlafen; kein Wunder, denn die Temperaturen erreichen manchmal die 40-Grad-Marke, doch auch wenn es verrückt scheint: Genau jetzt hat man die malerische Altstadt für sich alleine. Die Zeit scheint langsamer zu vergehen auf Kreta, die Farben wirken weichgezeichnet, Verkäufer sind ein bisschen träger, doch die Läden sind offen und leer – Zeit und Platz genug also, um die Stadt abseits der Touristen zu erkunden.
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Da fällt es schwer, sich nicht in jedes süße Café auf dem Weg zu setzen
und einfach nur über die Schönheit der Stadt zu staunen.

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Ein Spaziergang rund um den Hafen von Rethymno ist Pflicht,
wenn auch die Gegend stark touristisch ist

Von denen gibt es im Sommer viele, schließlich ist Kreta die beliebteste Insel Griechenlands; dennoch hat sich die 35.000-Seelen-Stadt ihren ursprünglichen Charme erhalten und punktet nicht nur mit einer faszinierenden Architektur, sondern auch mit einer idealen Lage: Die Strände sind nicht mal zehn Kilometer von der Stadt entfernt, sodass Urlauber beides haben können: Strand und Stadt. Schlendert man durch die Altstadt, entdeckt man die Spuren der Vergangenheit: Fast 90 Prozent der historischen Bausubstanz ist heute auf Kreta noch erhalten, am eindrucksvollsten sind die venezianischen Einflüsse: Manch verschlungenes Gässchen erinnert an die magischen Wegenetze von Venedig, doch es ist vor allem die „Fortezza“, die Festungsanlage, die über der Stadt thront, die die venezianischen Spuren am eindrucksvollsten zeigt. Ein Aufstieg lohnt sich, der Blick über die Stadt und das Meer ist umwerfend – und als Belohnung gibt es hinterher einen Café Freddo (ca. € 1,50) in einem der unzähligen Cafés am Hafen, zum Beispiel im „Chalikouti“ (Katehaki 3), wo auch die Einheimischen gerne sitzen.
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Eine der malerischen Einkaufsstraßen von Rethymno.

Kreta_Rethymno_Shopping6 Avli Raw Materials“ erobert Foodie-Fans im Nu: Hier findet man die besten kulinarischen Mitbringsel
aber auch Beautykram: vor allem die handgeschöpften Seifen sind toll!

Zwischen alten Häusern und sanierten Gebäuden reihen sich kleine Shops, Cafés und Restaurants wie Perlen auf Kreta aneinander. Ja, natürlich gibt es Touristenshops mit Tand und Trödel, aber wer gerne shoppt, kommt dennoch auf seine Kosten. In der Straße Arkadiou beispielsweise ist das teuerste Pflaster der Stadt, hier gibt es einige Boutiquen und bekannte hochpreisigere Designer. Am spannendsten ist es im „Dressing Room“ (Arkadiou 108): In dem Concept-Store findet man nur Stücke von griechischen Designern und investiert so in den kreativen Nachwuchs des Landes und der Insel. Schmuckläden gibt es an jeder Ecke, am sichersten kauft man bei „Feel Silver“ (Mavrokordatou Alexanrou) ein: In vielen anderen Shops stammt der Schmuck aus Bulgarien und ist aus minderwertigen Materialien gefertigt, bei „Feel Silver“ setzt man indes auf das Können der Insel: Die Qualität ist hoch und die meisten Teile kommen von der Insel oder zumindest aus Griechenland. Lokal geht es auch in dem klitzekleinen Laden „Dérma“ (44 Ethnikis Antistaseos) zu: Auf gerade mal zehn Quadratmetern tummeln sich hunderte verschiedener Lederschuhe, die zwei Argumente für sich haben: Zum einen sind sie nicht teuer, zum anderen werden sie in einer Fabrik direkt vor der Stadt gefertigt! Kulinarische Mitbringsel kauft man übrigens am besten bei „Avli Raw Materials“ (22 Xanthoulidou): Der Laden ist wunderhübsch eingerichtet und bietet eine breite Range an griechischen Erzeugnissen – vom hochwertigen Olivenöl und leckeren Oliven über Biokosmetik, Wein und Süßigkeiten.

Das Frühstück im „Grecotel White Palace“ ist absolut Instagram-tauglich.

Von Rethymno dauert es gerade mal 15 Minute (ca. € 13) mit dem Taxi, bis man das schönste Hotel in der Region erreicht: Das „Grecotel White Palace“ (Pigianos Kampos) hält, was sein Name verspricht: Wie ein gigantischer weißer Palast bettet sich das 5-Sterne-Haus ans Mittelmeer und bezaubert nicht nur mit einer malerischen Anlage, sondern auch einem Service, der ein ganz neues Niveau vorlegt: Erst seit heuer gibt es das sogenannte „Lux me“-Konzept, dessen Ziel es ist, den Hotelgästen alle Wünsche von den Augen abzulesen. Das gelingt. Statt einem faden Tafelwein gibt es einen Sommelier, der einem die besten Weine der Insel vorstellt, statt langweiligen All-inklusive-Büffets gibt es mehrere Restaurants – und als Tüpfelchen auf dem i kann man via WhatsApp seine Wünsche äußern: vom Extra-Badetuch über Frühstück im Bett bis hin zur Ausflugsplanung. Extrakosten? Gibt es nicht. Dafür freuen sich Social-Media-Süchtige über die weitläufige Terrasse mit minimalistischen weißen Möbeln und einem umwerfenden Blick. Kein Wunder, dass die Mitarbeiter diesen Platz liebevoll lächelnd auch die „Instagram-Terrasse“ nennen.
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Die Hotelmitarbeiter nennen die weitläufige Terrasse im
„Grecotel White Palace“ gerne als „die Instagram-Terrasse“.

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Das „Grecotel White Palace“ liegt direkt am Meer
und hat einen eigenen, sehr ruhigen Strand.

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Einfach magisch: Sonnenuntergang in einem
der Restaurants im „Grecotel White Palace“.

Es ist auch die Generation Instagram, die immer mehr darauf achtet, nachhaltig zu urlauben – und auch das macht das „Grecotel White Palace“ möglich: Rund 80 Prozent der Lebensmittel, die hier aufgetischt werden, stammen von heimischen Produzenten. Wie das funktioniert? Kreta setzt setzt schon länger auf nachhaltigen und sanften Tourismus und möchte zu einer „Sustainable Food Destination“ werden. Aktuell haben sich 47 Weinproduzenten, zwei Weingüter, 25 Olivenfarmer und eine Olivenmühle miteinander vernetzt, um genau das zu erreichen. Auch das österreichische Reiseunternehmen TUI denkt nach vorne und hat schon 2016 die TUI Care Foundation gegründet. Die Idee? Jungen Menschen durch Bildung und Ausbildung neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen, Natur und Tierwelt zu erhalten und vor allem eine nachhaltige Entwicklung in den Urlaubszielen der Welt fördern.
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Das spürt, sieht und schmeckt man auf der „Agrecofarm“ unweit vom „Grecotel White Palace“, deren Besuch auch im „Lux me“-Konzept inkludiert ist. Mitten in wild bewachsenen Feldern und Gärten liegt die malerische Anlage, auf der man sich wie in einer anderen Welt fühlt: Es riecht nach Lavendel, Thymian und Rosmarin und die wilden Artischocken wachsen so üppig, dass man ihnen direkt ansieht, wie gut es ihnen hier oben in den kretischen Bergen geht, wo alles Bio und nachhaltig ist. Wer hier einen Abend verbringt, wird zum „Farmer for a day“ und kann dabei helfen, das mehrgängige Dinner vorzubereiten; eben durch die Ernte besagter Artischocken oder beim Backen des knusprigen Brotes. Oder aber man lässt die Seele baumeln, staunt über den Sonnenuntergang, der hier in unzähligen Rot-Schattierungen zu sehen ist und kostet einen der vielen Käse oder Weine der Insel, die so gut schmecken, dass sich das Leben ein bisschen leichter und weicher anzufühlen scheint – egal ob hier oben auf der „Agrecofarm“, unten in der Altstadt von Rethymno oder in der Bilderbuchkulisse des „Grecotel White Palace“. Wohlfühlen kann man sich überall auf Kreta; es sind aber jene unentdeckten Orte und die kleinen Geheimnisse der Insel, die es einem so schwer machen, wieder abzureisen.

KURZ & KNAPP

ANREISE Ab Wien bis zu 6 Mal pro Woche nach Heraklion oder Chania mit Austrian Airlines oder Niki
ÜBERNACHTEN z. B. 1 Woche im 5* Grecotel White Palace (www.thewhitepalace.com) inkl. Flug ab Wien z.B. am 14.10. im DZ mit HP ab 738 €/P.
INFO & BUCHUNG In allen Reisebüros mit dem TUI-Zeichen und unter www.tui.at

Jasmin Kreulitsch wuchs in Kärnten auf, studierte in Wien und volontierte in Berlin. Die ausgebildete Journalistin entdeckt für ihr Leben gerne die Welt – und nimmt ihre Leser in ihren Reisereportagen rund um den Globus mit. Mitreisen auf https://www.instagram.com/dreigroschenoma.

JasminKreulitsch