Nach Ladakh und Nepal, wird es Zeit nach Europa zurückzukehren. Der dritte Teil unseres Abenteuer- und Aktivreisespecials führt uns auf die Mittelmeerinsel Sardinien. Liane Goldmann, Redakteurin bei der Tiroler Tageszeitung, begleitete eine Mountainbike Gruppe auf Sardinien, einer der schönsten Mittelmeerinseln, die für Biker bereits mehr als ein Geheimtipp ist. Biken zwischen knackigen Anstiegen und traumhaften Küstenlandschaften.

sardinien


Mountainbiken auf Sardinien

Sardinien, die zweitgrößte Insel des Mittelmeers, ist ein Geheimtipp für Individualisten. Davon konnten sich sieben Bergradler überzeugen, die taliens feinste Urlaubsadresse – begleitet von TT-Arzt Roland Fuschelberger und geführt von der Tiroler Rad- „Guidin“ Andrea Eckschlager mit dem Mountainbike erkundeten.

Nach einer verspäteten Anreise und einer 15 Kilometer Wanderung zu den bis zu 50 Meter hohen Dünen Piscinas am ersten Biketag startete die kleine Gruppe – gestärkt durch das hervorragende Essen im Agritourismo (bäuerliche Unterkunft) – mit einer Extrarunde ihre Mountainbiketour im Südwesten Sardiniens. Über eine wunderschöne Hochebene ging es auf einem locker, grobschottrigen Trail hinab in die Campidano-Ebene, die größte auf Sardinien. „Wir genossen die wechselnde Landschaft, die wunderbare Aussicht, die schönen Küstenlandschaften und die leichte, gesunde Verpflegung“, erzählt Roland Fuschelberger.

Am Nachmittag wartete auf die Teilnehmer dann ein kurzer, sehr steiler und kniffliger Anstieg. „Für alle, außer unserer Tiroler Radführerin Andrea, hieß es aus dem Sattel und schieben. Auch die Anfeuerrufe ,treten, treten‘ halfen nichts“, gibt Fuschelberger zu. Beim Sonnenuntergang auf der Piazza wurde dann gefachsimpelt und das Bier schmeckte den Bikern nach fünf Stunden Sport besonders gut. „Take it easy, no need to hurry,“ hieß es am folgenden Tag: Das Weltkulturerbe „Su Nuraxi“ stand auf dem Programm. „Wir erklommen die gewaltigen Steinhaufen und rätselten und sponnen Szenarien, warum dieser mächtige Komplexwohl gebaut wurde“, sagt Fuschelberger. Vor dem gesteckten Tagesziel bei Don Pepe lieferten sich dann die Männer der Bikergruppe am fünf Kilometer langen Anstieg nach Laconi ein Rennen.

Am nächsten Tag stand die Königeetappe von Laconi durch das Gennargentu-Gebirge auf dem Programm. Sie hielt, was sie versprach – herrliche Anstiege, mystische Wälder, Ziegenherden am Weg, schnelle, aufregende, technisch schwierige Abfahrten. „Der sechste Tag führte uns durch eine spektakuläre Szenerie tief ins Herz Sardiniens. Vorbei am Fuß des höchsten Gipfels Punta la Marmora, mit traumhaften Ausblicken, anspruchsvollen Abfahrten – Mountainbiken wie es nicht schöner sein könnte“, schwärmt der TT-Leserreisenarzt noch heute. Am letzten Tag, die Biker trauten ihren Augen nicht, Schnürlregen ohneEnde. Die Gruppe fuhr die 65-Kilometer-Tour trotzdem: gut ausgerüstet ohne Einbrüche, allerdings auf mehr Asphalt. Am Rückreisetag scheint die Sonne. „Wir fuhren hinab in eine Schlucht mit alten Wacholderbäumen, über einen Maultierpfad zu einem der schönsten Küstenabschnitte
Sardiniens. Das türkisfarbene Meer lacht uns entgegen. Es hat sich ausgezahlt, die Tour ,Von Küste zu Küste‘ – Sardinien einmal anders, wie wir es bis dahin noch nicht kannten“, sagt Fuschelberger.

Der Aktiv Reiseveranstalter Worldwide Active bietet Biketouren und Trekkingreisen auf der ganzen Welt an, unter anderem auch Mountainbiken in Sardinien.

Autor: Liane Goldmann / Tiroler Tageszeitung