Walzertanz und Pummerin. Feuerwerk am Sandstrand und Silvester nur für Touristen. Karneval und zwölf Glückstrauben. Jedes Land hat seine ganz eigenen Bräuche zu Silvester. Unsere Reiseexperten erzählen…

 

New York: Warten auf die Kugel am Times Square


„Für ein unvergessliches Silvesterfest ist eine Metropole wie New York besonders geeignet – die Stadt, die niemals schläft. Der Jahreswechsel in ,Big Apple´ ist vor allem von der riesigen Silvesterfeier am berühmten Times Square geprägt, wo sich jedes Jahr eine Million Menschen unter den strahlend hellen Reklame-Lichtern versammeln. Gemeinsam warten sie darauf, als Höhepunkt eine große, glitzernde Kugel zu sehen, die an einer Fahnenstange herabgelassen wird, um damit das neue Jahr mit Konfetti und Feuerwerk zu begrüßen. Viele New Yorker, die nicht acht Stunden in bitterer Kälte auf dieses spektakuläre Ereignis warten möchten, gehen alternativ auf die Brooklyn Bridge, um einen tollen Ausblick auf die vielen Feuerwerke der Stadt zu genießen. Andere verbringen den Rutsch ins neue Jahr in einem warmen Restaurant, wie beispielsweise dem kleinen und gemütlichen Little Owl in der West Village oder der eleganten, stilvollen französischen Brasserie Balthazar’s in SoHo.“

Brasilien: Ganz in weiß mit einem Blumenstrauß

„Die Brasilianer tragen zu Silvester traditionell weiße Kleidung. Das soll Glück und Frieden im neuen Jahr bringen. Um Mitternacht huldigen viele Brasilianer am Strand der Meeresgöttin Yemanja, indem sie Blumen ins Wasser werfen. Besondere Orte für das große Fest sind der Strand von Copacabana in Rio de Janeiro oder Salvador da Bahia, der „Magischen Stadt am Meer“. In Rio kommen zur größten Neujahrsparty an der Copacabana und am Strand von Ipanema jedes Jahr rund zwei Millionen Menschen. Das atemberaubende, etwa 20-minütige Feuerwerk in der Bucht wird von Schiffen aus gezündet. Die Bühnen, die überall aufgebaut sind, heizen mit brasilianischer Live-Musik die Stimmung an. Meist schon mittags gehen die Cariocas, die Einheimischen von Rio, an den Strand, um später das Feuerwerk aus der ersten Reihe erleben zu können. Auch in Salvador da Bahia, 1.600 Kilometer nördlich von Rio, zieht es die Menschen zum Jahreswechsel ans Meer, wo am Barra-Leuchtturm ebenfalls ein spektakuläres Feuerwerk steigt. Am 1. Januar findet in Salvador da Bahia zudem die traditionelle Prozession der Seefahrer statt: Hunderte von Schiffen, Yachten und Segelboote fahren prunkvoll geschmückt mit Farbenbändern und Luftballons durch die Allerheiligenbucht, die Baia de Todos os Santos.“

Australien: Sommerliche Hafenparty

„Sommer, Sonne, Silvester: Auch am letzten Tag des Jahres genießt ganz Australien den Sommer in vollen Zügen und feiert bevorzugt am Wasser – ob entlang des Yarra Rivers in Melbourne, am Brisbane River in Queensland oder am Hafen von Sydney. Das Silvester-Feuerwerk in Sydney lockt jedes Jahr mehrere tausend Besucher in die Stadt. Jeder Park und jedes noch so kleine Fleckchen Erde rings um die Harbour Bridge ist von Touristen und Einheimischen, „Sydneysidern“, bevölkert. Alle strömen hinaus in die Sonne, um sich rechtzeitig einen guten Platz zu sichern. Damit auch Kinder in den Genuss des Feuerwerks kommen, wird in Australien sogar häufig zweimal geböllert: Für die Kleinen früher am Abend, für die Erwachsenen um Mitternacht. Allerdings ist es streng verboten, privat Raketen zu zünden. Dies ist Städten und Gemeinden vorbehalten, die dafür ein großes, öffentliches Feuerwerk ausrichten. Da die Australier weltweit als erste ins neue Jahr „rutschen“, ist Silvester hier immer auch ein internationales Medienspektakel.“

 

Dubai: Feuerwerk am höchsten Gebäude der Welt

„Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein islamisches Land und begehen ihren Jahreswechsel somit nach dem muslimischen Kalender – trotzdem wird für die Touristen Silvester gefeiert. Zentraler Platz dafür ist das Feuerwerk am höchsten Gebäude der Welt, dem 828 Meter hohen Burj Khalifa, der im Januar 2010 eröffnet wurde. Schon Stunden vorher strömen die Menschen von den Nachbaremiraten nach Dubai. Die Besucher erleben ein spektakuläres Event mit Wasserfontänen, Musik und Tanz. Den besten Blick haben Einheimische wie Touristen von einer der vielen Aussichtsterrassen am Fuß des Gebäudes oder an der Dubai Mall. Gäste der umliegenden Luxushotels wie dem Address Downtown, dem Armani Hotel oder The Old Place Downtown können das Schauspiel im eleganten Ambiente erleben. Wenn um Mitternacht das grandiose Feuerwerk minutenlang die Umgebung erhellt, ist das Feuerwerk in fast jedem Stadtteil von Dubai zu sehen.“

 

Südafrika: Farbenfrohes Feiern mit Trommeln, Gesang und Tanz

„Das Neujahrsfest wird in Südafrika sehr bunt und fröhlich gefeiert. Durch die kulturelle und religiöse Vielfalt hat das Land ganz unterschiedliche Traditionen zu bieten. Die Menschen, in allen Farben gekleidet, begrüßen das neue Jahr mit Kirchengeläut, Salut-Schüssen und riesigen Prozessionen. Musikgruppen und Tänzer begleiten die Umzüge. Die Zusammenkünfte beginnen meist mit opulenten Gemeinschaftsessen in Volkshallen. Für Südafrikaner ist es zudem Pflicht, in ihrer Kirche für ein gesegnetes neues Jahr zu beten. Besonders spektakulär wird Neujahr in Kapstadt zelebriert: Im Hafenviertel Victoria & Alfred Waterfront findet die größte Party mit Musik. Gesang, Tanz und Feuerwerk statt. Der farbenprächtige, ausgelassene  Minstrel-Umzug von Musikgruppen ist ein ganz besonderes Erlebnis. Mit selbst komponierten Liedern hat sich der Umzug zu einer Art Wettbewerb entwickelt, an dem jedes Jahr Zehntausende teilnehmen. In Johannesburg sammeln sich die Feierwütigen und Karnevalsgruppen am Mary Fitzgerald Square in Newton, um in Nachtclubs, Bars und auf der Straße die Nacht zum Tag zu machen. Auch in Durban feiern die Südafrikaner die ganze Nacht lang in den Clubs am Hafen sowie mit Trommeln, Gesang und Tanz am Strand. Am 2. Januar wird noch einmal gefeiert: Im 17. Jahrhundert war dies der einzige freie Tag der Sklaven, an dem sie auch gegen ihre Unterdrückung protestierten. Heute ziehen die Menschen an diesem Tag in einer Parade mit viel Musik und Lärm durch die Straßen.“
Spanien: Zwölf Glückstrauben und rote Unterwäsche

„Alle Spanier praktizieren zu Silvester den besonders reizvollen Brauch des Glückstrauben-Verzehrens: Zu jedem der zwölf mitternächtlichen Glockenschläge, die das neue Jahr einläuten, wird eine Weintraube gegessen und sich dabei etwas gewünscht. Bis zum zwölften Glockenschlag müssen alle Trauben verzehrt sein, sonst riskiert man Unglück im neuen Jahr. Maßgebend sind die Glockenschläge der Rathausuhr in Madrid. Allerdings: Ein Schlag hallt nicht pro Sekunde, sondern alle drei Sekunden. Der Countdown bis Mitternacht fängt demnach nicht pünktlich zwölf Sekunden vor 0.00 Uhr an, sondern die Glockenschläge beginnen 30 Sekunden vor Anfang des neuen Jahres. Der verlängerte Countdown hat einen tragischen Hintergrund: In den letzten Jahren gab es viele Erstickungstote, die sich beim schnellen Essen der Glückstrauben verschluckten. Der Brauch des Traubenessens geht angeblich auf das Jahr 1909 zurück: Damals fiel die Weinernte so üppig aus, dass jemand auf die Idee gekommen sein soll, den Traubenberg auf diese Weise abzubauen. Ab Mitternacht werden dann – wie wohl fast überall auf der Welt – die Sektgläser erhoben. Aber auch hierbei lassen die Spanier nichts unversucht, um das Glück positiv zu stimmen: Sie werfen vorher einen goldenen Ring ins Glas. Zudem versuchen Spanier und Spanierinnen ihr Liebesglück im neuen Jahr auf kuriose Weise zu beschwören: Sie tragen am Silvester- und Neujahrstag rote Unterwäsche.“

Vielleicht ist ja die ein oder andere Inspiration für euch dabei 🙂

Wir wünschen euch und euren Lieben ein lustiges Fest, einen guten Rutsch und alles Liebe für 2012.