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Olivenhaine. Fischerdörfer. Segelboote. Kieselstrände. Istrien, der nördlichste Teil Kroatiens, hat alles, was ein mediterranes Traumurlaubsziel braucht. Die Küstenstraßen und das hügelige Hinterland der Region erkundet man am besten unabhängig mit dem Auto. Dafür muss man sich nicht einmal viel Zeit nehmen – in rund einer Woche schafft man es, die Highlights Istriens gesehen zu haben. Und man hat dabei auch noch genügend Zeit, das mediterrane Leben in vollen Zügen auszukosten. Damit das auch ohne Planungsstress geht, gibt es hier eine Anleitung für den perfekten Roadtrip. 

Tag 1: Anreise Wien – Novigrad

Zeit im Auto: ca 5 h 30

zurückgelegte Wegstrecke: 524 km

08:30

Wir beginnen unseren Roadtrip nach Istrien in Wien, unser erster Stopp: Novigrad. Die Anreise dauert in etwa fünf Stunden und dreißig Minuten und führt durch Slowenien – Vignette für die Autobahn nicht vergessen! Wer Lust auf einen Zwischenstopp am Weg hat, kann in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana  stehen bleiben. Ljubljana hat ein charmantes kleines Stadtzentrum, in dem man ausgezeichnet essen, spazieren und einkaufen kann.

16:00

Am Nachmittag kommen wir in Novigrad an. Die kleine Stadt, die mittlerweile auch unter Touristen bekannter geworden ist, war früher ein ruhiges Fischerdorf. Die idyllische Atmosphäre hat sie sich erhalten. Bei einem Spaziergang im Hafen kann man sich ideal von der langen Autofahrt erholen und erste Meeresluft schnuppern.

Danach besichtigt man am besten den alleinstehenden Glockenturm aus dem Jahr 1983, eine Art Wahrzeichen Novigrads, und die historischen Stadtmauern mit ihren Türmen und dem Stadttor.

Tag 2: In und um Novigrad

Zeit im Auto: ca 55 Min

zurückgelegte Wegstrecke: 53 km

08:30

Nach einem ausgiebigen Frühstück in Novigrad steht das Gallerion Marinemuseum auf dem Plan. In diesem kleinen Museum erfährt man Wissenswertes über die Geschichte der österreichisch-ungarischen Seefahrt und der Seekriege. Das Gallerion steht mitten in der Altstadt von Novigrad und ist besonders bekannt für die vielen Schiffsmodelle, die auf zwei Etagen ausgestellt sind.

14:00

Nach dem Mittagessen steht noch mehr Kulinarik auf dem Programm – wir wagen uns weg von der Küste, ins istrische Hinterland. Istrien ist seit vielen Jahrtausenden für die Olivenölherstellung bekannt. Einige der weltbesten Olivenöle kommen aus dem nördlichen Kroatien.

Es lohnt sich daher, auf dem Weg nach Porec einen Zwischenstopp in Buje zu machen, das für seine Wein- und Olivenölpfade international bekannt ist. Zwischen sanften Hügeln mit hunderten von Olivenbäumen leben und arbeiten hier die Olivenbauern und Winzer. Viele von ihnen machen ihre Anbau- und Produktionsflächen auch Besuchern zugänglich. Verkostungen inklusive!

TUI Blog - Olivenhain Istrien18:00

Nach einem kulinarischen Nachmittag in Buje geht es zurück an die Küste: nach Porec, dem nächsten Stopp unseres Istrien-Roadtrips.

Porec ist so vielseitig wie kaum eine andere istrische Stadt: Hier kann man wunderbar durch die pittoreske Altstadt flanieren, köstliche Fischgerichte und Meeresfrüchte speisen, die istrische Kultur kennenlernen und natürlich auch baden.

Besonders empfehlenswert ist es, den Tag mit einem kühlen Getränk ausklingen zu lassen – zum Beispiel in der Konoba Sunset Bar, von deren Terrasse man den wohl besten Blick auf den Sonnenuntergang hat.

TUI Blog - Sonnenuntergang Porec

Tag 3: In und um Porec

Zeit im Auto: ca 30 min

zurückgelegte Wegstrecke: 22 km

09:00

Nur eine Viertelstunde von Porec entfernt liegt die Grotte Baredine in Jama. Baredine ist eine imposante Tropfsteinhöhle, die für Touristen zugänglich ist.

Von April bis Oktober wird hier zweimal pro Stunde eine geführte Tour angeboten, die etwa vierzig Minuten dauert. Sie führt durch die insgesamt fünf „Säle“ der Höhle und macht es Besuchern möglich, die beeindruckenden Tropfsteingebilde aus nächster Nähe zu bestaunen. Ein besonderes Highlight sind die Grottenolme, eine vom Aussterben bedrohte und kurios aussehende Spezies, die in der Baredine-Grotte nach wie vor lebt.

TUI Blog - Grotte Baredine13:00

Am Nachmittag steht Baden auf dem Programm! In und um Porec gibt es wunderschöne Badestrände, die mit der „blauen Fahne“, dem Gütezeichen für nachhaltige Strandinstandhaltung und hervorragende Wasserqualität, ausgezeichnet sind.

Wie wäre es zum Beispiel mit dem Strand „Maro Sandy Beach“ auf der Insel Sv. Nikola? Die Überfahrt von Porec dauert nur fünf Minuten mit dem Boot, dann warten die Buchten dieser kleinen Hotelinsel auf badefreudige Gäste.

Tag 4: Porec und Groznjan

Zeit im Auto: ca 1h 42

zurückgelegte Wegstrecke: 104 km

09:30

Weil zwischen all den Aktivitäten auch mal Zeit für Entspannung sein muss, beginnt der Tag am besten bei einem ausgedehnten Frühstück im Hafen von Porec.

14:00

Auch am vierten Tag des Roadtrips darf ein Ausflug nicht fehlen. Der heutige Stopp unseres Roadtrips ist Groznjan, ein kleines Künstlerdorf, für das wir ein Stück zurück in den Norden fahren.

In den kopfsteingepflasterten Gässchen des mittelalterlichen Dorfs fühlt man sich sofort in vergangene Zeiten zurückversetzt – weitab von Hektik und Trubel kann man in aller Ruhe flanieren.

Weil Groznjan auf einem Hügel liegt, bietet sich von hier aus auch ein einzigartiger Blick auf die umliegenden Orte – wenn man nicht gerade damit beschäftigt ist, die zirka 20 Galerien des Dorfes nach Kunst und Möbelstücken zu durchstöbern.

TUI Blog - Künstlerdorf Groznjan

Im Sommer verwandelt sich Groznjan übrigens in eine Hochburg der Musik – zum Beispiel beim Jazzfestival „Jazz is back“ oder bei Darbietungen klassischer Musik, denen man an fast jeder Straßenecke lauschen kann.

Tipp für das Abendessen: In der Gegend rund um Groznjan lohnt es sich besonders, Gerichte mit weißen Trüffeln zu probieren, die in den weitläufigen Eichenwäldern rund um den Ort Montovun wächst.

20:00

Abends geht es dann weiter nach Rovinj; für die Wegstrecke sollte man ungefähr eine Stunde Fahrtzeit kalkulieren.

Tag 5: Rovinj

Zeit im Auto: 0 min

zurückgelegte Wegstrecke: 0 km

09:00

Der fünfte Tag des Roadtrips kommt ohne Autokilometer aus: Er steht ganz im Zeichen von Rovinj. Die vielleicht schönste istrische Küstenstadt, die auf einer Insel erbaut und erst im 18. Jahrhundert mit dem Festland verbunden wurde. Sie lockt mit ihrer romantischen Altstadt voll mit schmalen Gassen und gepflasterten Plätzen. Über den Dächern der Altstadt thront das Wahrzeichen der Stadt: die Kirche der heiligen Eufernija. Besonders empfehlenswert ist es, den Glockenturm der Kirche zu besteigen. Dort wird man mit einem phänomenalen Ausblick über die Stadt belohnt.

Zurück in den schattigen Gassen der Altstadt steht Shopping auf dem Programm: In den Galerien und kleinen Geschäften Rovinjs findet man so manches Urlaubssouvenir.

Und auch in der Carera Ulica, der Haupteinkaufsstraße Rovinjs, lässt es sich in Boutiquen und Schuhgeschäften nach Herzenslust einkaufen.

13:30

Nach dem Mittagessen erkunden wir die Strände der Riviera von Rovinj. Rund um die Stadt gibt es hauptsächlich Kies- und Felsenstrände, die mit glasklarem Wasser bestechen. Besonders beliebt unter Einheimischen ist der Stadtstrand Baluota direkt unterhalb der Kirche Sv. Eufernija: der auch nachts beleuchtete Strand ist nur zu Fuß erreichbar. Wegen der Felsen und der Strömung ist Baluota allerdings nur für sehr gute Schwimmer geeignet.

Tag 6: Pula

Zeit im Auto: 42 min

zurückgelegte Wegstrecke: 36,5 km

10:00

Gleich nach dem Frühstück machen wir uns auf ins ca. vierzig Minuten entfernte Pula. Pula ist die älteste Stadt Istriens – und tatsächlich erinnert hier vieles an die Antike. Beim Flanieren durch das historische Stadtzentrum ist das große, römische Amphitheater nicht zu übersehen. Es ist die sechstgrößte antike Arena der Welt. Wo früher Gladiatoren- und andere Kämpfe ausgetragen wurden, gibt es heute Konzerte und andere Kunstaufführungen.

Von vergangenen Zeiten zeugt auch der antike Triumphbogen, der die Altstadt mit der Flanaticka Ulica, der bekanntesten Einkaufsstraße Pulas verbindet.

20:00

Abends lohnt sich ein Abstecher zur Werft „Uljanik“. Hier bietet sich einem bei Einbruch der Dunkelheit ein besonderes Schauspiel: Zu jeder vollen Stunde findet rund fünfzehn Minuten lang eine Lichtshow statt, bei der die Kräne der Werft in bunten Farben erleuchtet werden.

TUI Blog - Pula Amphitheater

Tag 7: Tagesausflug Kap Kamenjak

Zeit im Auto: 1h 20

zurückgelegte Wegstrecke: 34 km

09:00

Tag Sieben unserer Rundreise in Istrien verspricht noch einmal etwas Besonderes: Krönender Abschluss der Reise ist ein Tagesausflug zum nahegelegenen Nationalpark Kap Kamenjak. Kap Kamenjak ist ein Naturschutzgebiet an der Südspitze Istriens und ein Favorit unter Kroatien-Urlaubern. Entlang der rauen, felsigen Küste des Kaps warten einige der schönsten Buchten des Mittelmeers auf Besucher. Türkises, klares Wasser und saubere Kiesstrände machen so richtig Lust auf Schwimmen und Sonnenbaden.

Auf Kap Kamenjak kann man auch hervorragend wandern, spazieren und die Natur genießen. Für Familien mit Kindern eignet sich besonders der „Dinosaurierpfad“, ein Lehrpfad, auf dem man Interessantes über die Dinosaurier, die in der Kreidezeit in Istrien lebten, lernen und sogar Fußabdrücke der Urzeitechsen bestaunen kann.

Sportfans sind auf Kap Kamenjak ebenfalls gut aufgehoben. Von Premantura aus – einem Ort ganz in der Nähe des Kaps – gibt es einen beschilderten Mountainbike-Trail, über den man den Nationalpark aktiv erkunden kann. Natürlich bleibt auch da genügend Zeit für Badepausen. Mit dem Rad gelangt man an verborgene Buchten, die mit dem Auto nicht zu erreichen sind. Wer sein Mountainbike nicht mit hat, kann den Fahrradverleih in Premantura besuchen, um sich für die Tour auszustatten. Nach der Rückgabe bietet sich dann auch noch die Möglichkeit, den Tag bei einem Abendessen in Premantura ausklingen zu lassen.

Tag 8: Heimreise Pula – Wien

Zeit im Auto: ca 6 h

zurückgelegte Wegstrecke: 587 km

09:00

Nach einer abwechslungsreichen, erholsamen und lehrreichen Woche in Istrien voller neuer Eindrücke steht nun die Heimreise an. Von Pula nach Wien dauert die Fahrt – bei ruhiger Verkehrslage – rund sechs Stunden, gerade in den Sommermonaten lohnt es sich allerdings, einen Zeitpuffer einzuplanen.

Abends kommen wir in Wien an, den Kofferraum voll mit sandigen Handtüchern, Bikinis und Urlaubserinnerungen – und der ein oder anderen Flasche Olivenöl.